Deutschland: Ein Paradies für Einbrecher?

Die Zahl der erfassten Straftaten ging bundesweit zwar um 2 Prozent zurück und erreicht damit den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung, allerdings ist die Zahl der Wohnungseinbrüche um 6,6 Prozent auf über 121.000 angestiegen. Das bedeutet insgesamt 7.547 Einbrüche mehr als im Jahr 2009, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2010 hervorgeht, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am 20.05.2011 in Berlin vorstellte.

Die Aufklärungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liegt inzwischen nur noch bei knapp 16 Prozent - und das, obwohl die Einbrecher in über 40 Prozent der Fälle tagsüber zuschlugen.

Die meisten Wohnungseinbrüche fanden der Statistik zufolge mit 44.769 in NRW statt. Das größte Bundesland liegt mit einem Anstieg von fast 9 Prozent über dem Bundesschnitt. Prozentual den höchsten Zuwachs verzeichnete jedoch Sachsen mit 21 Prozent. Es folgen Hessen mit plus 16 Prozent, Schleswig-Holstein mit plus 14 Prozent und Brandenburg mit plus 12 Prozent. Die Einwohner von Bayern und Baden-Württemberg leben statistisch gesehen nach wie vor am sichersten.

Bezogen auf die Einbrüche je Einwohner ist Bremen trauriger Spitzenreiter. In der Hansestadt kommen auf 10.000 Einwohner rund 44 Wohnungseinbrüche. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, in Bremen etwa zwölfmal höher als in Bayern mit nur 3,6 Einbrüchen je 10.000 Einwohner.